Tanne bleibt regionaler Renner

.. so resümierte Geschäftsführer Kurt Weber am Ende der 25. Tagung des Forums Weißtanne e.V., die Ende Oktober mit beachtlicher Teilnehmerzahl in Altensteig (Nordschwarzwald) stattfand.

Tagungsort war das architektonisch interessante und mit viel Weißtanne gebaute Prowin-Schulungszentrum (multifunktional, versteckte Schränke, viel Glas). 

Nach den Regularien der Mitgliederversammlung stand der Fachvortrag von Julia und Roman Benz von „zweib Architektur“ im Mittelpunkt. Sie stellten die Kita „Hasenbrunnen“ in Nagold vor. Ein Gebäude, das vollständig auf regionale Wertschöpfung setzt: Brettsperrholz aus der Region, Oberflächen und Fassade aus astreiner Weißtanne.

Zentraler Punkt waren auch bei diesem Bauvorhaben die Baukosten. Durch eine detaillierte Analyse wurden die Kosten gegenüber dem ursprünglichen Ansatz um 30 % reduziert. Dabei war die Zusammenarbeit mit der Unteren Baurechtsbehörde entscheidend. Es wurde betont, dass die Vorgaben der Unteren Baurechtsbehörden in der Regel nicht starr, sondern in der Durchführung flexibel sind. Wichtig ist, dass die Zweckmäßigkeit- und Sicherheitsstandards erfüllt werden. Über das Wie und die Details entscheiden die Architekten bzw. die Planungsbüros.

Das Kindergarten-Beispiel zeigt, dass sich Gespräche zwischen LBR und Bauherren lohnen.  So konnte z.B. kräftig beim Schallschutz gespart werden, da die Türen zu den Räumen ohnehin offen bleiben. Auch die übliche Vielzahl von Steckdosen mit entsprechender Kabelverlegung sind ein Kostenfaktor und sollten jeweils gründlich geprüft werden.

Gespart wurde auch bei den Fußböden. Gerade bei vielfrequentierten Böden müssen es keine Holzböden sein, es genügt auch Linoleum. Auch die Sanitärräume müssen nicht unbedingt mit teuren Fliesen ausgestattet werden. Beachtlich war auch die schnelle Realisierungszeit. Durch hohen Vorfertigungsgrad betrug sie 18 Monate (9 Monate Planung, 9 Monate Vollzug).

Im anschließenden Dialog zwischen Vorstand, Mitgliedern und Gästen wurden aktuelle Herausforderungen rund um Wald, Holzverwendung und politische Rahmenbedingungen diskutiert. Themen wie Bürokratieabbau, regionale Wertschöpfung und die Bedeutung der Weißtanne als klimafreundlicher Baustoff standen im Mittelpunkt. Betont wurde, dass das Bauen mit Holz mindestens Preisgleichheit mit anderen Baustoffen erreicht. Bei gründlicher Planung liegen die Kosten eher darunter.

Das Projekt Kita in Nagold beweise dies eindrücklich, so betonte Klaus Mack, Vorsitzender des Forums Weißtanne e.V. und ergänzte, dass nachhaltiges Bauen auch Kosteneffizienz bedeute.

Abschließend wurde noch das HolzBauWerk Schwarzwald in Seewald besichtigt. Vorstandsmitglied Jörg Kübler konnte im Werk einen hohen Vorfertigungsgrad und präzise Millimeterarbeit präsentieren. Hervorgehoben wurde auch die kurze Lieferzeit, diese beträgt in der Regel drei Wochen (vom Auftragseingang bis zur Auslieferung).  

Ewald Elsäßer, Forum Weißtanne e.V.

Fotos: Ewald Elsäßer und zweib Architektur

 

Bericht im Holz-Zentralblatt vom 21.11.2025
Bericht im Holz-Zentralblatt vom 21.11.2025